Warenkorb

Schnipp schnapp, der Status-Schlips ist ab

Welche Frau träumt nicht davon, es den Herren der Schöpfung ab und zu mal richtig zu zeigen? Dann solltest du am Donnerstag vor Aschermittwoch nicht die Gelegenheit verpassen, den Liebsten oder Geliebten, Kollegen oder Chef mal so richtig zurechtzustutzen. Denn dann ist wieder Weiberfastnacht, ein Event, das mittlerweile aus keinem Karnevalskalender mehr wegzudenken ist. Doch woher kommt dieser Brauch eigentlich, wo feiert man ihn am Ausgelassensten und dürfen wir den Jungs überhaupt „auf den Schlips treten“?

Beueler_Damenkomitee_1900http-::upload.wikimedia.org:wikipedia:commons:c:c2:Beueler_Damenkomitee_1900

Beueler Damenkomitee von 1824

Alles begann vor rund 190 Jahren im Dörfchen Beuel, einem heutigen Stadtbezirk von Bonn. Dort kümmerten sich die Frauen im 19. Jahrhundert nicht nur um ihre eigene Wäsche, sondern auch um die der Reichen aus Bonn und Köln. Die sauberen Klamotten wurden dann von den Männern zu den jeweiligen Besitzern in die Großstädte gebracht und nach getaner Auslieferung durfte zur Karnevalszeit natürlich kräftig mitgefeiert werden. Schließlich war die bessere Hälfte, die die eigentliche Arbeit gemacht hatte, währenddessen daheim mit Kind und Kegel. Klar, dass sich das keine selbstbewusste Frau lange gefallen lässt und so kam es 1824 zur Revolte: Während die Männer nichtsahnend am Donnerstag vor Fasching die Wäsche auslieferten, gründeten die Frauen das Alte Beueler Damenkomitee, legten ihre Waschtröge beiseite und „wuschen“ stattdessen bei einem wild-ausgelassenen Kaffeeklatsch die „dreckigsten“ Ehe-Fauxpas und Fehltritte ihrer Männer – wie wir bei unseren Coffee-Sessions.

Nicht einmal die männerdominierte Nazi-Zeit konnte die Waffen der Frauen entschärfen und seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird nicht nur das Beueler Rathaus alle Jahre wieder mit Waschknüppeln und ungebremster Frauenpower eingenommen. Dank der emanzipierten Beuelerinnen arbeiten die meisten Rheinländerinnen an besagtem Donnerstag sogar nur noch bis 11:11 Uhr, um dann Kneipen, Geschäfte und Büros unsicher und die Krawatten kürzer zu machen. Mit dieser Geste wird die Entmachtung des vermeintlich stärkeren Geschlechts einmal mehr vor aller Augen geführt – damals noch mehr als heute, denn früher trugen ausschließlich die Big Bosses Schlips. Dafür gibt’s im Gegenzug ein Küsschen, was einem Spaßverderber aus Essen allerdings nicht genug Entschädigung war: Er klagte und gewann, weil eine Närrin ohne seine vorherige Einwilligung seine Krawatte abschnitt. Also Mädels, bei allem Krawall und Remmidemmi nicht vergessen, wie mancher Männerstolz doch eines großen Stücks Schlips bedarf und lieber mit einem Küsschen vorwarnen, bevor euch die Männer wie anno dazumal den Spaß verderben!

Noch mehr Infos gibt’s in Petra Pluwatschs „Weiberfastnacht – Die Geschichte eines ganz besonderen Tages“ oder aber ihr testet eure Schneide(r)kunst gleich vor Ort in Bonn, Bielefeld oder Berlin und macht uns wilden Weibern alle Ehre!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>