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So schön, so anders, so Conchita

Europa wählt Conchita: Der Sieg von Thomas Neuwirth alias Conchita Wurst beim diesjährigen Eurovision Song Contest ist jetzt schon legendär und polarisiert wie kein anderer. Aber könntet ihr euch eine bessere, internationale Repräsentantin vorstellen?

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Conchita Wurst – der Name ist Programm und könnte gar nicht besser zu der schillernden Kunstfigur passen, die der Travestiekünstler Thomas Neuwirth erschaffen hat. Und zu Europa. Denn was sich anhört wie ein krasser Kontrast zwischen klingendem, spanischen Frauennamen, der auch eine Anspielung auf das weibliche Geschlecht sein kann, und einem Nachnamen, der nicht deutscher sein könnte und durch und durch männliche Assoziationen weckt, vereint vielmehr männlich und weiblich, hauchzart und handfest. Damit ist er so vielseitig, wie Europa selbst. Noch besser erklärt Conchita ihren Nachnamen gegenüber dem österreichischen Kurier: „Am Ende des Tages ist es einfach wurst, wie man aussieht und woher man kommt, weil einzig und allein der Mensch zählt.”

Damit repräsentiert sie wie kein anderer Künstler des diesjährigen ESCs ein modernes, aufgeschlossenes Europa und dass so viele Menschen aus den verschiedensten europäischen Ländern sie zur strahlenden ESC-Siegerin gekürt haben, ist ein eindeutiges Zeichen, dass Toleranz tatsächlich „unstoppable“ ist.

Bleibt denjenigen, die schimpfen, Conchita habe bloß wegen ihrer Inszenierung den ESC gewonnen, nur zu sagen, dass hier sehr viel Authentizität im Spiel ist. Denn Tom Neuwirth wuchs im kleinbürgerlichen 3000-Selen-Ort Bad Mitterndof auf und kreierte sein schillerndes Alter-Ego, weil er selbst lange nichts zu strahlen hatte. Wie auf seiner Website zu lesen ist: „Aufgrund der Diskriminierungen gegen Tom in seinen Teenagerjahren, schuf er Conchita. Die Lady mit Bart als Statement. Ein Statement für Toleranz und Akzeptanz – denn es geht hier nicht um die äußere Erscheinung und das Aussehen; es geht um den Menschen selbst. Jeder sollte sein Leben so leben, wie er möchte, solange niemand anderer dadurch verletzt oder in der eigenen Lebensweise eingeschränkt wird.“

Außerdem geht es in der Popmusik fast immer um Illusion und Inszenierung – oder gefällt uns Lady Gaga nur wegen ihres Gesangs? Die ist übrigens schon Conchita-Fan und gratulierte via Twitter, ebenso Cher.

Genau wie diese Popikonen sollte sich jeder von uns nach Herzenslust inszenieren dürfen – respektvoll gegenüber anderen, individuell und unvergleichlich. Denn genau diese Vielfalt und Freiheit ist es, die uns alle so einzigartig und einzigartig europäisch macht!

Das Titelbild ist vom Autor Ailura (Own work, CC BY-SA 3.0 AT) gefunden auf Wikimedia Commons

Das Teaserbild für diesen Artikel auf der BeeDees-Website ist von flickr-User laverrue (CC BY 2.0) via Wikimedia Commons und wurde von der Autorin zugeschnitten

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