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Wer Oscar will, muss leiden

Gerade uns von BeeDees, die wir weibliche Rundungen zelebrieren und euch genau so toll finden, wir ihr seid, gab die Oscarverleihung letzten Sonntag natürlich Anlass zur Diskussion. Denn im Gegensatz zu uns, liebt Hollywood bones and bellies und fordert von seinen Mega-Stars, oder solchen die es werden wollen, bisweilen extreme körperliche Veränderungen. Welche Schauspieler sich zeitweise von Cupcakes und Coke und welche von Luft und Liebe ernährten, erfahrt ihr hier. Aber bitte bloß nicht nachmachen!

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Es war DAS Gossip-Thema der Oscar-Verleihung 2014: Die krasse, rollenbedingte Gewichtsabnahme der Gewinner Matthew McConaughey (bester Hauptdarsteller) und Jared Leto (bester Nebendarsteller) für “Dallas Buyers Club”. Doch die zwei Goldjungs sind keineswegs die ersten, die ihr Gewicht für prestigeträchtige Rollen drastisch verändern und dafür mit der höchsten Auszeichnung der Filmbranche belohnt werden. Hier ein paar ihrer Leidensgenossen und
-genossinnen bei denen uns als Kurvenfans nur eins zu sagen bleibt: Please, don’t try at home!

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1) Anne Hathaway ist uns weder in der “Teufel trägt Prada” noch als “Catwoman” durch üppige Kurven aufgefallen – im Gegenteil. Doch für ihre Rolle als Fantine in der Victor Hugo-Verfilmung “Les Misérables” 2012 musste die ohnehin sehr dünne Hollywood-Beauty in zwei Wochen unglaubliche acht Kilo abnehmen. Nur 500 Kalorien am Tag waren erlaubt und während der Dreharbeiten verzichtete sie sogar ganze 13 Tage lang auf essen. Wen wundert’s da noch, dass sie vor Hunger oft nicht schlafen konnte, beim Dreh teils das Gefühl hatte, “den Verstand zu verlieren” und oft nicht wusste, wo und wer sie war?

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2) Bereits legendär ist die Gewichtszunahme von Renée Zellweger für ihre Paraderolle als “Bridget Jones”. Wir wüssten lieber nicht, wie schwer es der sympathischen Schauspielerin fiel, zuzunehmen. Schließlich wirkte sie mit ihrem Pyjama und der Pralinenschachtel auf dem Schoß so herrlich authentisch. Doch für die Kunst musste sie sich 15 Kilo anfuttern, diese kurze Zeit später für den Musicalfilm „Chicago“ wieder verlieren und erneut für den zweiten „Bridget Jones“-Teil auf die Waage bringen. Jo-Jo-esk!

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3) Ihr irrer Mut zur Häßlichkeit für die Rolle der Killerin in “Monster” bescherte Charlize Theron 2003 einen Oscar. Allerdings bekamen dafür nicht nur ihre Haare ordentlich “ihr Fett ab”, sondern auch der sonst so perfekte Körper der Australierin. Die 14 Kilo mehr kamen laut Charlize vom ungehemmtem Donuts-Verdrücken.

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4) “Du weißt, dass du das Leben einer Balletttänzerin führst, wenn du nichts trinkst und kaum isst. Andauernd setzt du deinen Körper Schmerzen aus”, sagt Natalie Portman über ihre Rollenvorbereitung als Primaballerina in „Black Swan“, für die sie zehn Kilo verlor. Wo sie die hernahm, ist ein Rätsel, schließlich war sie ohnehin schon extrem zierlich. Der Oscar als Entschädigung für das zehnmonatige, täglich mehrstündige Ballett-Training, kilometerlange Schwimmen und Figurtraining ist da mehr als verdient. Jedoch prägte diese Zeit die Schauspielerin sehr: „Die körperliche Disziplin hat mir wirklich geholfen, die emotionale Seite der Figur zu erfassen.” Vielleicht war so viel Emotionalität auch der Grund, dass Choreograph Benjamin Millipied sich während des Drehs in Natalie verliebte. Er hätte sie aber sicher auch mit ein paar Kilo mehr toll gefunden.

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5) Christian Bale bekommt von uns den Oscar als Abnehm-Zunehm-König. Denn nicht nur für seine aktuelle Darstellung des Trickbetrügers in „American Hustle“ für die er eine Oscarnominierung einheimste, veränderte er sein Gewicht drastisch: 20 Kilo in wenigen Monaten führten zu einem ansehnlichen Bierbauch und laut Aussage des Schauspielers war das schamlose „(Fr)essen“ anfangs ein pures Vergnügen. Allerdings habe sein Körper ihn nach einiger Zeit vorwurfsvoll gefragt, was zum Teufel er ihm hier antue. Wer kann es ihm verübeln, schließlich fuhr Bale für “The Machinist” 2004 das Gegenprogramm: Um den unter Schlaflosigkeit leidenden, ausgemergelten Protagonisten glaubwürdig darzustellen, verlor der Waliser fast ein Drittel seines Körpergewichts. Bale wog bei 1,83 Meter nur noch 55 Kilogramm und nahm außer einem Apfel und einer Dose Thunfisch oder wahlweise etwas Kohl und Sellerie am Tag nichts zu sich. Unmittelbar im Anschluss an diese Tortur begann Bale mit den Vorbereitungen für “Batman Begins” (2005). Er stählte seinen Körper mit strenger Eiweißdiät und erbarmungslosem Gewichtestemmen bis er etwa 50 Kilogramm mehr auf die Waage brachte. Kurz vor Drehbeginn mussten dann sogar wieder ein paar der hart antrainierten Pfunde purzeln, um das vom Regisseur geforderte Zielgewicht nicht zu übertreffen. 2010 waren es für “The Fighter” dann ganze 15 Kilogramm weniger. Allerdings wurde aus drahtig bald wieder muskulös, denn der dritte Batman-Teil stand an. Ein Vertrauter gesteht: “Christian bereitet sich auf jede Rolle vor, als wäre es seine letzte.” Doch Bale ist der festen Überzeugung: “Das gehört dazu, du musst dir für deinen Job den Hintern aufreißen.”

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6) Die Götter hätten ihn nicht schöner machen können: Chris Hemsworth als Thor im gleichnamigen Film begeistert uns mit fünfzehn Kilo neu-antrainierter Muskelmasse. Sechs Monate hat er dazu Gewichte gestemmt, seine Ausdauer trainiert, viel geschlafen und Unmengen an eiweißreichem Essen verdrückt. Letzteres hört sich zwar himmlisch an, doch der Australier verrät: “Essen, wenn man gar keinen Hunger hat, ist ganz schön anstrengend. Vor allem, wenn man derart viel in sich hineinstopfen muss wie ich, um möglichst viel an Körpermasse zuzulegen. Für 15 Kilo mehr verbrachte ich fast meine ganze Zeit im Fitnessstudio, aß nur Proteine. In diesem Körper stecken viele Tiere.” Als dann der lang ersehnte Drehstart anstand, der Schock: Chris musste notgedrungen einen Jojo-Effekt herbeiführen, denn seine Gottesrüstung war ihm durch das Extremtraining zu eng geworden. Statt Mega-Speiseplan hieß es nun plötzlich Kalorien zählen. Das kam ihm für seine Rolle als Rennfahrer in „Rush“ zugute. Seine harten Thor-Muskeln schrumpften aufgrund einer 500-Kalorien-Diät wieder kräftig.

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7) Matthew McConaughey hat sich ein Beispiel an seinen Kollegen genommen und für eine extreme Rolle mit extrem guten Oscarchancen extrem an seinem Körper gearbeitet. Dass sich der 1,82 Meter-Adonis, um einen HIV-kranken Draufgänger in „Dallas Buyers Club“ darzustellen auf 61 Kilo herunterhungerte, wurde mit einer der heißbegehrten, goldenen Statuen belohnt. Dafür riskierte er mit seiner viermonatigen Radikaldiät, während der er nur noch einen Pudding, 150g Fisch mit Gemüse und ein Glas Wein pro Tag zu sich nahm, sogar die Verschlechterung seines Sehvermögens. Zudem gesteht Matthew, den wir normalerweise als Sunnyboy mit Surfbrett unterm Arm vor Augen haben: „Ich war immer hungrig und gereizt, aber nach einer Weile gewöhnt man sich dran.“ Na dann…

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8) Für  die Rolle als HIV-erkrankter Transsexueller in „Dallas Buyers Club“ setzte sich auch Matthews Kollege Jared Leto auf Null-Diät. Bei Drehbeginn wog er nur noch beängstigende 58 Kilo und erinnert sich: „Als ich wieder anfing mit dem Essen, fühlte es sich an, als ob ich eine ganze Mahlzeit verdrücken könnte, aber das ging nicht, nach einem halben Bissen war ich voll.”

Diese Beispiele scheinen zu zeigen, dass nur wer in Hollywood „wiegt“, auch gewinnt. Allerdings werden für den großen Erfolg oft die noch größeren Gefahren von Radikal-Abnahmekuren verdrängt. Viel schlimmer als miese Stimmung, Schlappheit und HUNGER sind nämlich Begleiterscheinungen wie Haarausfall und Nierensteine. „Hinzu kommt, dass der Körper anfängt, Muskelgewebe zur Energiegewinnung abzubauen“, sagt Markus de Marees, Sportwissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule Köln. Das kostet Leistungsfähigkeit und schwächt im schlimmsten Fall sogar den Herzmuskel.

Natürlich muss man bedenken, dass es sich bei unseren Gewichts-Jongleuren nicht um Privatpersonen und Diätfanatiker handelt, sondern um Künstler, die alles dafür geben, ihre jeweiligen Rollen perfekt zu interpretieren und uns eine perfekte Illusion zu schenken. Sie werden von Spezialisten unterstützt und erhalten Millionengagen. Trotzdem sollten es Kandidaten wie Christian Bale nicht übertreiben. Denn wer regelmäßig Muskelmasse verliert und wieder neu aufbaut, riskiert seinen Körper dauerhaft aus dem Gleichgewicht zu bringen. Wir hoffen also, dass der nächste Batman-Anzug ein bisschen mehr Bäuchlein zulässt oder aber das Six-Pack dann für immer bleibt und sind lieber Kurvenliebhaber als Hungerhaken.

 

Creative Commons/Bildnachweise:

Das Oscarbild ist von flickr-User Alan Light (CC BY 2.0).

Das linke Bild von Anne Hathaway ist von flickr-Userin Mireille Ampilhac (CC BY-NC 2.0), das rechte von flickr-Userin Jenn Deering Davis (CC BY 2.0).

Das linke Bild von Renée Zellweger ist von flickr-User S Pakhrin (CC BY 2.0), das rechte von Ipernity-User Siebbi (CC BY 3.0).

Das linke Bild von Charlize Theron ist von flickr-User Gage Skidmore (CC BY-SA 2.0), das rechte von flickr-User World Economic Forum (CC BY-SA 2.0).

Das linke Bild von Natalie Portman ist von flickr-User makoto2007 (CC BY-SA 2.0), das rechte von flickr-User Josh Jensen (CC BY-SA 2.0).

Das linke Bild von Christina Bale ist von flickr-User Asim Bharwani (CC BY 2.0), das rechte von flickr-User Thorsten Becker (CC BY 2.0).

Das linke Bild von Chris Hemsworth ist von flickr-User Benjamin Ellis (CC BY-SA 2.0), das rechte von flickr-User(Zennie Abraham (CC BY-ND 2.0).

Das linke Bild von Matthew McConaughey ist von flickr-User GabboT (CC BY-SA 2.0), das rechte von Managing-Australian-Destinations (BY-SA 3.0) gefunden auf: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Matthew_McConaughey_at_M-A-D.jpg 

Das linke Bild von Jared Leto ist von flickr-User Nan Palmero (CC BY 2.0), das rechte von flickr-User nicolas genin (CC BY-SA 2.0).

 

 

 

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